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Jugendparlament »Rupirat«

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Das Rupert-Mayer-Haus in Göppingen gründet ein Gremium, das sich aus Jugendlichen der verschiedenen Gruppen, der Einrichtungsleiterin Almut Frahne und der Partizipationsbeauftragen Yvonne Blaschke zusammensetzt.


Es lohnt sich

Vorausgegangen war ein Arbeitskreis mit Mitarbeitenden, der im September 2018 zu einer Auftaktveranstaltung für Jugendliche und Mitarbeitende führte, um gemeinsam den Startschuss für den Aufbau eines hauseigenen und gruppenübergreifenden Jugendparlaments zu geben. Ein wichtiges Ziel der Auftaktveranstaltung war für uns, bei den Jugendlichen das Interesse am Rupirat zu wecken, nach dem Motto »Es lohnt sich, sich im Rupirat zu engagieren. Hier kann ich meine Interessen und die meiner Gruppe einbringen und was bewirken.«

Einsatz für die Wünsche der anderen

Auf die Frage »Aus welchen Gründen engagierst du dich im Rupirat« antwortet die 14-jänrige Anna* spontan: »Weil es mir Spaß macht und ich mitbestimmen kann.«
Im Rupirat lernen die Jugendlichen, sich nicht ausschließlich für ihre eigenen Belange einzusetzen, da ihre Aufgabe auch darin besteht, sich für die Interessen und Wünsche ihrer Gruppe einzusetzen. Sie übernehmen somit die Rolle eines Gruppensprechers.
Die 16-jährige Marie* sagt hierzu: »Es macht mich glücklich, wenn sich die anderen der Gruppen darüber freuen, wenn wir im Rupirat was Gutes erreicht haben.«

Neue Jalousien an den Fenstern der Bewohnerzimmer, Jugendfest, ein Kummerkasten im Haus sowie die Beleuchtung im Hof neu nach den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen – vieles haben die Kinder- und jugendlichen schon erreicht. Es wird aber auch über Probleme und Sorgen diskutiert und gemeinsam nach Lösungen gesucht.

Verlässliche Struktur ist wichtig

Die Treffen werden klar gestaltet: die Mitarbeitenden achten auf die Einhaltung von Gesprächsregeln, behalten die Zeit im Blick und schreiben nach jedem Treffen ein Protokoll, das für alle Mitarbeitende und Jugendliche zugänglich ist. Die Treffen finden in etwa alle 4 Wochen im Mitarbeiterraum des Rupert-Mayer-Hauses statt. Es wird – wie bei Sitzungen unter Erwachsene – an Tischen gesessen, sich gemeldet, diskutiert (manchmal auch hitzig!), mitgeschrieben und natürlich versucht, gemeinsam Lösungen zu finden und Vorhaben zu planen.

 

Ideales Lernfeld

Die Zahl der teilnehmenden Jugendlichen hat sich in den eineinhalb Jahren zwischen vier und neun eingependelt. Schwankungen sind hierbei üblich, da Jugendliche aus den Wohngruppen ausziehen oder sich ihre Lebenssituation, zum Beispiel durch den Beginn einer Ausbildung, verändert und sie dadurch weniger Zeit zur Verfügung haben. In den Rupirattreffen haben die Jugendlichen ein ideales Lernfeld, um einzuüben, wie man mit anderen diskutiert, die eigene Meinung und die der Gruppe vertritt, Gesprächsregeln einhält, usw. Dies unterstreicht die 18-jährige Lea* mit ihrer persönlichen Erfahrung, wenn sie sagt: »Ich habe im Rupirat diskutieren gelernt. Es entstehen bei mir neue Ideen durchs Diskutieren und mir macht es Spaß mit den anderen über Dinge zu reden und wenn dann was Gutes daraus entstehen konnte, finde ich das toll.«

Sie erleben im kleinen Kreis, wie Demokratie funktioniert und was ganz wichtig ist, sie erleben sich selbstwirksam. Sie machen die Erfahrung, dass es sich lohnt, wenn sie sich für etwas einsetzen. Dies ist ein wichtiges pädagogisches Ziel für uns Mitarbeitende, und wenn wir erleben, dass die Jugendlichen diese Erfahrung im Rupirat machen können, sehen wir uns darin bestätigt, diesen Weg mit den Jugendlichen gemeinsam weiterzugehen.


Die Jugendlichen bringen oft gute Lösungen

Aber auch für Einrichtungsleiterin Almut Frahne ist der Rupirat ein großer Gewinn: »Die jungen Menschen können durch dieses Gremium direkt in Überlegungen, die die Einrichtung anbelangen, einbezogen werden. Manchmal denken wir Erwachsenen viel zu kompliziert. Die Jugendlichen finden oftmals einfache und pragmatische Lösungen, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Auf manches wäre ich alleine nie gekommen.«

Leider müssen auch wir aufgrund der Coronakrise unsere Rupirattreffen aussetzten. Wir hoffen natürlich alle, dass wir bald unsere Treffen fortsetzen können. Auf die Frage »Was wünschst du dir für die Zukunft des Rupirats?« antwortet die 14-Jährige Anna: »Dass noch mehr Jugendliche mitmachen und dass wir ein großes Fest nach der Corona-Pause machen!«

von Yvonne Blaschke, Partizipationsbeauftragte

 


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